02. Mai | 2019
Aus der Vorschau auf die Breakbulk Europe 2019

Breakbulk im Gespräch mit Tina Benjamin-Lea, Logistikmanagerin bei SNC-Lavalin, die über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Projektlogistik verfügt. Sie hat integrierte Projektlogistik an geografisch schwierigen Standorten und in Ländern nach Konflikten umgesetzt, darunter im Irak, in Afghanistan, Pakistan, Aserbaidschan, Brasilien und Kuwait.Der Bereich der Industrieprojekte gilt als männerdominiert, doch Frauen wie Sie steigen in Führungspositionen auf und können anderen Frauen als Vorbilder dienen. Werfen wir also einen Blick auf Ihre Karriere. Was hat Sie an dem EPC-Bereich (Engineering, Procurement and Construction) gereizt?
Für mich war es zunächst einmal die Tatsache, dass EPC ein internationales Tätigkeitsfeld ist und kein Projekt dem anderen gleicht. Das bot mir die Möglichkeit, sowohl mein maritimes als auch mein logistisches Wissen in der gesamten
den gesamten Lebenszyklus eines Projekts, von der Angebotsphase bis hin zur Fertigstellung. Bis heute schätze ich die Vielfältigkeit meiner Aufgaben, die es mir ermöglicht, einerseits mit unseren multinationalen Projektteams im Büro sowie auf den Baustellen zusammenzuarbeiten und andererseits bei Be- und Entladungen in Häfen mit übergroßen Ladungen zu tun zu haben.
Mit welchen Herausforderungen waren Sie als Frau in Ländern wie dem Irak konfrontiert?
Interessanterweise gar keine. Ich stelle fest, dass es, egal wo man arbeitet, auf die beruflichen Fähigkeiten und den Beitrag zum Team insgesamt ankommt, an denen man gemessen wird – nicht am Geschlecht. Frauen arbeiten schon seit langem in Bereichen wie
Im Irak als Logistikerinnen, auf Offshore-Ölplattformen als Ingenieurinnen und seit einiger Zeit auch als Handelsmatrosinnen. Die Herausforderung besteht darin, die Sichtweisen zu ändern, nicht die Rahmenbedingungen. Und oft sind es gerade die Sichtweisen junger Frauen, die noch geändert werden müssen.
Welchen Rat hast du für Frauen, die bereits in der Branche tätig sind?
Durchhaltevermögen zu zeigen und eine klare Vorstellung davon zu haben, wie die eigene Karriere kurz-, mittel- und langfristig aussehen soll, sowie eine Strategie zu entwickeln, wie man seine Ziele erreicht. Bauen Sie sich ein starkes berufliches Netzwerk auf und bitten Sie diejenigen, die Sie beruflich bewundern, Sie zu unterstützen und zu betreuen, damit Sie Ihre Ziele erreichen können. Das ist ein Rat, den ich nicht nur Frauen, sondern jedem geben würde, der in dieser Branche anfängt. Ich würde auch empfehlen, einer branchenbezogenen Organisation wie WISTA (Women in Shipping and Trade Association) beizutreten, um andere Frauen im Bereich Logistik und Schifffahrt kennenzulernen, Ideen auszutauschen und internationale Kontakte zu anderen Frauen in derselben Branche zu knüpfen.
Erzählen Sie uns in wenigen Worten, warum junge Menschen – Männer wie Frauen – eine Karriere in der Projektlogistik oder einem verwandten Bereich in Betracht ziehen sollten.
Es ist ein Beruf, der dich herausfordern wird, kein Tag gleicht dem anderen, und du wirst die Gelegenheit haben, neue Länder kennenzulernen
und Ihren Horizont erweitern. So können Sie Teil einer globalen Branche und multikultureller Teams werden. Nur wenige Branchen bieten derart internationale und vielfältige Möglichkeiten. Ob bei einem Projekt-Spediteur, einer Reederei oder einem EPC-Unternehmen – die Möglichkeiten sind wahrhaft global. Und im Zeitalter der Digitalisierung blickt die Branche in die Zukunft, um mithilfe von Technologie innovative Lösungen in Bereichen wie der Transporttechnik zu entwickeln.
Welche Maßnahmen können Unternehmen ergreifen, um ihre Belegschaft vielfältiger zu gestalten?
Es gibt viele Wege, dies zu erreichen. Es gibt Hochschulprogramme, die junge Einheimische dazu ermutigen sollen, in die Branche einzusteigen, wie beispielsweise das Programm, das wir bei SNC-Lavalin in den Vereinigten Arabischen Emiraten anbieten. Unternehmen nehmen zudem an Karrieretagen an Universitäten sowie an Veranstaltungen im Rahmen von Konferenzen und Messen wie der ADIPEC und den Breakbulk Career Days teil. Zudem gibt es Initiativen zwischen Militär und Industrie, insbesondere in den Vereinigten Staaten, um neue Talente zu gewinnen und die Vielfalt unter denjenigen zu fördern, die aus dem Militär ausscheiden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es eine Schifffahrtsinitiative, die sich an Schulkinder im frühen Alter richtet, um ein Verständnis für den Handel und die Bedeutung der Schifffahrt zu fördern. Soziale Medien wie LinkedIn, Facebook und Instagram sind ein weiteres hervorragendes Instrument, um mit neuen Talenten in Kontakt zu treten.
VERWANDTE SITZUNG
In der heutigen Welt sind Vielfalt und Inklusion entscheidende Triebkräfte, und daher sollten Frauen in der Logistik- und Schifffahrtsbranche eine aktive Rolle dabei spielen, das Bild der Branche neu zu gestalten. SNC-Lavalin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in allen Geschäftsbereichen zu unterstützen und an unseren Projektstandorten weltweit lokale Talente zu fördern, die eine Vorreiterrolle bei der Gestaltung einer besseren Zukunft für kommende Generationen übernehmen können.
Die „Breakbulk Europe“ bietet eine hervorragende Plattform für Diskussionen darüber, wie die Branche mehr junge Frauen dazu ermutigen kann, eine Karriere in der Projektlogistik und im maritimen Sektor einzuschlagen.
Begleiten Sie Tina Benjamin-Lea auf der Breakbulk Europe, wo sie am Mittwoch, den 22. Mai, von 15:30 bis 16:20 Uhr auf der Breakbulk Main Stage in Halle 4 die Podiumsdiskussion „Unsere Mitarbeiter, unsere Zukunft – Die Führungskräfte von morgen einbinden“ moderieren wird. Mit ihr diskutieren Podiumsteilnehmer von AAL, DB Schenker, der Hochschule Bremen, der Malin Group, Rhenus Project Logistics Indonesia und TSL Shipping.
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