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Die entscheidende Rolle digitaler Datenlogger


Josia Fritz von ASPION über die Bedeutung einer datengestützten Überwachung von Projektladungen



Von Julia Kowal, Redakteurin bei Wordfinder

Unsichtbare Kräfte, extreme Bedingungen und enge Zeitpläne machen den Schwertransport zu einem riskanten Balanceakt mit potenziell schwerwiegenden Folgen für Projekte und Budgets. Was passiert schließlich, wenn Schäden an der Ladung erst am Bestimmungsort oder sogar erst bei der Inbetriebnahme der Komponenten sichtbar werden? Wie lässt sich dann zweifelsfrei feststellen, wann und wo der Schaden entstanden ist?

Moderne Datenlogger liefern hier zuverlässige Antworten: Sie machen die Transportbedingungen transparent, dokumentieren kritische Ereignisse umfassend und schaffen eine zuverlässige Datenbasis für Analyse, Überprüfung und Optimierung.

Die entscheidende Rolle digitaler Datenlogger

Ob im Bauwesen, im Energiesektor, in der Industrie oder im Infrastrukturbereich – Schwertransporte sind ein fester Bestandteil der Logistikprozesse von Unternehmen in diesen Branchen, auch bei internationalen Projekten und über Landesgrenzen hinweg. Gleichzeitig ist der Schwertransport ein entscheidender Faktor, der zum Projekterfolg und letztlich zur Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens beiträgt. Er birgt jedoch stets ein Risiko, da die Sicherheitsanforderungen an die zu transportierenden Investitionsgüter hoch sind. Da Schwerlastgüter oft mehrere Tonnen wiegen, wirken beim Transport, insbesondere beim Bremsen, Beschleunigen und Verladen, enorme physikalische Kräfte.

Hinzu kommt der hohe und oft asymmetrische Schwerpunkt der Güter, der die Kippgefahr erhöht. Nicht zuletzt können sich auch wechselnde Wetterbedingungen und lange Stillstandszeiten auf die Bauteile auswirken, von denen einige empfindlich sind. Trotz sorgfältiger Planung und aufwendiger Verpackungs- und Sicherungsstrategien sind Transportschäden daher keine Seltenheit, werden jedoch oft erst bemerkt, wenn die Güter am Bestimmungsort angekommen sind, was die Frustration umso größer macht. Wann und wie ist der Schaden entstanden? Wer ist dafür verantwortlich? Und wer kommt für den Schaden auf? Diese Fragen müssen geklärt werden. Möglich wird dies durch digitale Datenlogger, die konkrete Beweise liefern.

Hohes Risiko bei zeitkritischen Projekten

Das liegt daran, dass digitale Datenlogger kritische Ereignisse während des Transports umfassend dokumentieren. „Schwertransporte sind für Unternehmen immer eine kritische Angelegenheit“, sagt Josia Fritz, Produktmanager bei ASPION. Das deutsche Hightech-Unternehmen, das sich auf moderne Sensortechnik spezialisiert hat, entwickelt Stoß- und Klimadatenlogger speziell für den Transport hochwertiger Investitionsgüter. Fritz ist sich daher der Herausforderungen, denen Unternehmen beim Schwerlasttransport gegenüberstehen, sehr wohl bewusst und versteht die Folgen, die Transportschäden nach sich ziehen können: „Gerade bei sehr zeitkritischen Projekten können Transportschäden zu erheblichen Verzögerungen führen und finanzielle Verluste zur Folge haben“, sagt Fritz.

Selbst geringfügige Transportschäden können zu erheblichen Verzögerungen führen, da die Systemkomponenten in der Regel maßgefertigt sind und nicht einfach nachbestellt werden können. Viele Systemkomponenten reagieren empfindlich auf übermäßige mechanische oder klimatische Belastungen, auch wenn keine äußeren Schäden sichtbar sind. „Defekte werden daher oft erst bei der Montage oder Inbetriebnahme entdeckt“, bemerkt Fritz. „Das verkompliziert die Situation zusätzlich.“ Zwar deckt die Transportversicherung in der Regel die Schäden ab, doch gilt dies nur, wenn Unternehmen nachweisen können, dass die Ware tatsächlich während des Transports beschädigt wurde. Ohne konkrete Daten ist dies jedoch schwierig, wenn nicht gar unmöglich.

Aufzeichnung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und mechanischer Belastung

Moderne Datenlogger schließen diese Informationslücke. Sie erfassen kontinuierlich Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und mechanische Belastungen wie Vibrationen oder Neigung und speichern relevante Ereignisse mit Zeitstempeln. Die jeweiligen Schwellenwerte werden für jedes Projekt individuell auf das jeweilige Bauteil zugeschnitten. Die Geräte werden direkt an der Anlage oder am Transportgestell befestigt und begleiten die gesamte Lieferkette. Die aufgezeichneten Daten können schließlich sowohl am Bestimmungsort als auch an einzelnen Verladestellen über eine Smartphone-App abgerufen werden.

„Dadurch lässt sich der Zustand der Waren bereits während des Transports beurteilen“, sagt Fritz. Werden in den Daten Auffälligkeiten festgestellt – beispielsweise starke Stöße oder Temperaturunterschiede –, können Unternehmen eingreifen, bevor die Waren weiterbefördert werden.

Die Datensicherheit spielt bei der Datenanalyse eine zentrale Rolle; mit anderen Worten: Die Daten dürfen nicht für jedermann zugänglich sein und müssen streng vor Manipulationen geschützt werden. „Wir schützen die Daten in unserem ASPION G-Log unter anderem durch eine PIN“, erklärt Fritz. Autorisierte Mitarbeiter können die Daten über die App vom Logger herunterladen; allerdings können nur Personen mit entsprechender Berechtigung die Daten einsehen und analysieren.

Live-Tracking stellt eine Erweiterung dieser Technologie dar: Systeme mit kontinuierlicher Datenübertragung liefern nicht nur Statusinformationen, sondern auch Standortdaten in Echtzeit. „Mit ASPION L-Track können Unternehmen praktisch jederzeit nachverfolgen, wo sich ihre Komponenten befinden und in welchem Zustand sie sind, und müssen nicht mehr darauf warten, dass die Datenlogger ausgelesen werden“, sagt Fritz. Werden festgelegte Schwellenwerte überschritten, werden zudem automatisch Warnmeldungen generiert. Diese Funktion bietet insbesondere bei zeitkritischen Schwertransporten einen entscheidenden Vorteil. Unternehmen können sofort reagieren, Transporte anpassen oder stoppen und so potenzielle Schäden frühzeitig verhindern oder begrenzen.

Messergebnisse richtig interpretieren

Die reine Datenerfassung ist jedoch nur ein Teil der Lösung. Die Auswertung der Messwerte erfordert Fachwissen, da die Beurteilung mechanischer Belastungen stark von Faktoren wie Größe, Gewicht und Transportbedingungen abhängt. Neben einzelnen Stoßereignissen spielen auch Ereignisse wie Vibrationen, dynamische Kräfte während des Transports und kurzzeitige Extrembelastungen eine Rolle.

Entscheidend ist hierbei nicht nur die Intensität, sondern auch die Dauer eines Ereignisses. Ein kontrollierter Hebevorgang unterscheidet sich erheblich von einem abrupten Aufprall – mit entsprechend unterschiedlichen Auswirkungen auf die Güter. Eine gründliche Analyse der Daten ermöglicht es, solche Unterschiede zu erkennen und genau zu bewerten. „Bei ASPION legen wir großen Wert darauf, unsere Kunden auch in diesem Bereich bestmöglich zu unterstützen“, sagt Fritz.

Datenlogger liefern nicht nur einen unmittelbaren Nachweis von Schäden, sondern bieten auch wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte: Unternehmen erhalten ein realistisches Bild der tatsächlichen Transportbedingungen auf bestimmten Routen oder während bestimmter Logistikprozesse. Welche Kräfte wirken während des Transports tatsächlich auf die Komponenten ein? Wo bestehen Risiken hinsichtlich der Stabilität? Welche Routen und Fahrzeuge sind besonders kritisch und welche besonders sicher?

Die gesammelten Informationen können genutzt werden, um Verpackungskonzepte zu optimieren, Transportstrategien anzupassen und Risiken beim Schwerlasttransport bereits in der Planungsphase zu minimieren. „Die gesammelten Daten fungieren somit gewissermaßen als Blackbox für Transportprozesse“, erklärt Fritz. Denn die Daten tragen dazu bei, Prozesse kontinuierlich zu verbessern und Folgekosten aufgrund von Schäden oder Verzögerungen zu reduzieren.

Ein unverzichtbares Werkzeug

Im Schwertransport entwickeln sich Datenlogger von einer optionalen Zusatzausstattung zu einer unverzichtbaren Schlüsseltechnologie. Sie schaffen Transparenz entlang der gesamten Lieferkette, ermöglichen einen zuverlässigen Schadensnachweis und helfen Unternehmen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig liefern sie wertvolle Erkenntnisse für die kontinuierliche Optimierung von Transportprozessen. Damit tragen sie nicht nur zur Sicherheit empfindlicher Güter bei, sondern auch zur Einhaltung von Terminen, zur Senkung von Folgekosten und letztlich zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

ASPION und Interviewpartner Josia Fritz werden auf der Breakbulk Europe 2026ausstellen. Treffen Sie das Team in Halle 1, Stand 1J51.

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