Erneuerbare Energien in Europa und ihre Bedeutung für die Projektfracht


Erneuerbare Energien sorgen in Europa ebenso wie in Nord- und Südamerika und im Nahen Osten für eine hohe Nachfrage nach kontinentweiten Projektfrachtdiensten.

Allein die EU hat sich für die Zukunft einige ehrgeizige Ziele im Bereich der sauberen Energie gesetzt. Die Windenergie steht an der Spitze der europäischen Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien, was für Unternehmen im Bereich Schwerlast- und Stückguttransporte in und um Europa eine gute Nachricht ist.

Erneuerbare Energien in Europa

Projekte im Bereich erneuerbare Energien beflügeln den europäischen Markt für Projektladungen.

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 20 % des gesamten Energieverbrauchs in der Union aus nachhaltigen Quellen zu decken. Bis 2030 soll dieser Anteil um weitere 12 % gesteigert werden.

Auf dem gesamten Kontinent werden umfangreiche Investitionen in erneuerbare Energien getätigt, wobei die Windenergie dabei eine Vorreiterrolle einnimmt.

Schätzungen der Europäischen Union zufolge werden bis zum Jahr 2030 weitere 320 GW Windenergie – sowohl an Land als auch auf See – in den europäischen Energiemix aufgenommen. Deutschland wird mit 85 GW Windenergie den größten Anteil installieren, gefolgt von Frankreich mit 43 GW und dem Vereinigten Königreich mit 38 GW.

Seit 2019 ist Großbritannien jedoch führend bei den europäischen Investitionen in die Windenergie. In der ersten Jahreshälfte installierte Großbritannien 931 MW Offshore-Leistung. Zudem sind dort bedeutende Projekte in Arbeit. Hornsea-1, ein 1,2-GW-Windpark, der vor der Nordostküste gebaut wird, wird nach seiner Fertigstellung der größte seiner Art weltweit sein. Ørsted installiert derzeit über 100 Turbinen von Siemens Gamesa am Projektstandort.

Tatsächlich deuten aktuelle Forschungsergebnisse der britischen University of Sussex darauf hin, dass Europa allein über das Potenzial verfügt, den gesamten weltweiten Energiebedarf zu decken. Die Studie ergab, dass Europa bei Ausschöpfung seines Potenzials an Onshore-Windparkkapazitäten 52,5 Terawatt Strom erzeugen könnte.

Wir wissen also, dass hier bereits ein enormes Potenzial besteht, aber welche Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien finden in ganz Europa statt?

Europäische Windkraftprojekte, die man im Auge behalten sollte

Europa ist eine Hochburg für Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien.

On- und Offshore-Windparks sind der Schlüssel zu Europas Energiewirtschaft. Allein im Jahr 2018 wurden europaweit über 30 Milliarden Euro für die Errichtung neuer Windkraftprojekte ausgegeben. Diese enorme Summe dürfte in Zukunft noch übertroffen werden, insbesondere wenn man die anstehenden Projekte betrachtet.

Fangen wir mit dem Größten an. Wie bereits erwähnt, verfügt Hornsea-1 über eine Stromerzeugungskapazität von 1,2 GW. Im Juni 2019 war Hornsea etwa zur Hälfte fertiggestellt, was zum Teil den Schwerlasttransporten durch Fred. Olsen Windcarrier zu verdanken war. Das Transportunternehmen hat sein spezielles Hubschiff für den Transport von Windturbinenflügeln und Generatoren eingesetzt, um diese massiven Bauteile vom Hafen von Hull zum Standort 120 km vor der Küste Nordenglands zu befördern.

Bislang wurden 87 der insgesamt 174 Siemens-Gamesa-Windkraftanlagen nach Hornsea transportiert und dort installiert. Weitere 87 warten noch auf ihre Installation. Hornsea, wo die Stromerzeugung bereits begonnen hat, wird im ersten Quartal 2020 vollständig in Betrieb genommen.

Hornsea entwickelt sich zu einem Zentrum der Windenergie. Ein zweiter Windpark soll 2022 in Betrieb gehen, während Orsteds geplantes Projekt „Hornsea-3“ eine Leistung von 2,4 GW haben wird. Nach Fertigstellung wäre dies der weltweit größte Windpark – etwa doppelt so groß wie Hornsea-1.

Tatsächlich fließen im Offshore-Bereich große Summen an Investitionen und erhebliche Ausgaben in den Windsektor. Die Ausgaben für die zehn größten Windparks belaufen sich auf über 10 Milliarden Euro, wobei Projekte in der Nord- und Ostsee mit Sitz in den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland einbezogen sind.

Aber wie sieht es bei Onshore-Anlagen aus? Im ersten Halbjahr 2019 lag die Gesamtleistung der Onshore-Anlagen mit 2,9 GW über der von Offshore-Anlagen. Tatsächlich beliefen sich die Investitionen in künftige Onshore-Projekte im gleichen Zeitraum auf rund 6,4 Mrd. €.

Frankreich war bei der Onshore-Kapazität führend und hat im Laufe des Jahres neue Windkraftprojekte mit einer Leistung von 523 MW hinzugewonnen. Doch Norwegen holt auf. Das von Nordic Wind Power geleitete Projekt „Fosen Vind“ soll den norwegischen Mix aus erneuerbaren Energien um 1.000 MW erweitern.

Wie die Windenergie bereits jetzt die Projektladungsaktivitäten in Europa ankurbelt

Transportunternehmen erkennen bereits großes Auftragspotenzial im Bereich der erneuerbaren Energien.

Ein Blick auf den Nachrichtenbereich von „Breakbulk Europe“ zeigt bereits, welchen Einfluss erneuerbare Energien auf die Sicherung von Frachtverträgen für Spezialtransporteure haben.

So hat beispielsweise Collet & Sons Turbinenschaufeln für die erste Bauphase des Landanlage im Clocaenog Forest in Nordwales. Neben den Rotorblättern liefert Collet & Sons auch Türme und Gondeln und übernimmt zudem alle Arbeiten im Bereich Schwerlasttransport, Hafenumschlag und Transport.

Auch wenn sich die Projektstandorte in Europa befinden, ist die Lieferung wichtiger Komponenten natürlich ein globales Anliegen. Import- und Exportprozesse sind ebenso wichtig wie die durchgängige Lieferkette. Zum Beispiel, Protranser International Logistics hat in letzter Zeit 12 Ladungen mit je 36 Turbinenschaufeln an europäische Häfen geliefert aus einer Fabrik in Nordchina.

Und selbst in Märkten, die von der Öl- und Gasförderung dominiert werden, tragen Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien dazu bei, die Frachtnachfrage anzukurbeln. Man betrachte nur Russland. Ein Land, dessen anhaltender Wohlstand von Kohlenwasserstoffen abhängt, wendet sich nun umweltfreundlicheren Energiequellen zu – und das erweist sich als gute Nachricht für die Transportunternehmen auf dem Kontinent.

Barrus Projects profitiert zweifellos von der zunehmenden Aktivität im Bereich der Onshore-Windenergie in Russland. Der Spediteur liefert seit einiger Zeit Gondeln für zwei russische Windparks, Kamensko-Karsnosulinskaya und Gukovo in der Region Rostow. Dazu gehörte auch der Einsatz einer Fähre für den Transport auf dem Flussweg bei der Lieferung der Gondeln vom Werk zu beiden Projektstandorten.

Wie wir sehen können, erweist sich die erneuerbare Energie als reichhaltige Quelle für Aufträge für europäische und internationale Transportunternehmen.

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