Die weltweit größte Fachmesse für Projektladungen und Stückgut

Der Boom der Offshore-Windenergie setzt Europas Häfen unter Druck


Forderungen nach einem kooperativen Ansatz zur Entlastung von Verkehrsknotenpunkten

Von Luke King

Die nordeuropäischen Häfen müssen „jede Möglichkeit“ ausloten, um ihre Kapazitäten zu maximieren, da die durch die Offshore-Windenergie beflügelten Rekordfrachtmengen die Terminalanlagen stark belasten.

Kreative Lösungen für die Bewältigung des wachsenden Handels standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion „Thinking Outside the Box: Hafeninnovationen zur Bewältigung von Platz- und Überlastungsproblemen“ auf der Hauptbühne bei Breakbulk Europe 2024 in Rotterdam.

„Der Platzbedarf stellt eine enorme Herausforderung dar“, sagte Danny Levenswaard, Leiter des Bereichs Stückgut im Hafen von Rotterdam. „Wir versuchen, jede Möglichkeit zu nutzen“, erklärte er und verwies dabei auf ein Hafenprojekt, bei dem ein ehemaliger Containerplatz umgestaltet wird, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Außerdem laufen im Princess-Alexiahaven, einem Teil des Rotterdamer Hafens, Landgewinnungsarbeiten, um Platz für neue Kunden zu schaffen. Knapp 10 Millionen Kubikmeter Sand werden eingesetzt, um 85 Hektar Land zu gewinnen.

Levenswäärds Ansicht teilte auch Theis Gisselbæk, CCO des Hafens von Grenaa in Dänemark, der sich ebenfalls auf die Offshore-Windenergie konzentriert. „Das Volumen ist enorm, und die Projektpipeline ist nicht transparent genug, um Investitionen zu stützen. Wir brauchen eine frühzeitigere Einbindung der Projektpartner.“

Platzmangel am Kai war jedoch nicht für alle Diskussionsteilnehmer ein Problem. „Platz ist für uns definitiv kein Problem“, versicherte Lars Greiner, Geschäftsführer für den Bereich Mehrzweckgeschäft beim Red Sea Gateway Terminal, einem internationalen Terminalbetreiber im Hafen von Dschidda. Er wies darauf hin, dass die Hafenanlagen in der Region zwar „enormes Potenzial“ hätten, ihre Auslastung jedoch bei nur 15 Prozent liege, und verwies auf das Bestreben von RSGT, neue internationale Seeverkehrsknotenpunkte zu entwickeln.

Greiner forderte seine Branchenkollegen dazu auf, eine kooperative Haltung einzunehmen, und schlug vor, dass Unternehmen in Europa Standorte im Nahen Osten als „Backstop“ oder Zwischenlager nutzen könnten. „Wir haben den Luxus, über ausreichend Platz zu verfügen, also sollten wir uns nicht als Konkurrenten betrachten – lasst uns zusammenarbeiten.“

Ralph Mertens, Leiter Marketing und Geschäftsentwicklung bei Deufol, einem Unternehmen für Verpackung, Distributionsmanagement und Lagerhaltung, wies das Publikum darauf hin, die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Verpackung der Fracht nicht zu unterschätzen, da diese seiner Aussage nach drei wesentliche Vorteile biete.

„Durch die Verpackung lässt sich Projektfracht stabiler machen, sodass sie gestapelt werden kann. Wenn man sie verpackt, kann man die Fracht auch ins Freie verlegen, um Platz im Lager zu schaffen. Schließlich lassen sich kleinere Mengen bündeln und gemeinsam verpacken, um Platz zu sparen.“

Als sich die Veranstaltung dem Ende zuneigte, schloss sich Greiner der Meinung von Mertens an. „Die Verpackungstechnik hat enorme Fortschritte gemacht – man muss sich nicht mehr so viele Gedanken über Fracht mit mehrfacher Umschlagung machen wie früher. Man kann die Fracht verpacken und über lange Zeiträume sicher lagern.“

Die Veranstaltung wurde von Susan Oatway, Senior Research Analyst bei S&P Global, moderiert und von der AD Ports Group gesponsert.

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