31. August | 2020
Interview mit Sven Hermann, Geschäftsführer bei ProLog Innovation

Ein Interview mit Sven Hermann, Geschäftsführer bei ProLog Innovation, über die Rolle, die Technologie bei der Entwicklung einer Unternehmensvision spielen kann – einer Vision, die das Unternehmen in fünf Jahren auf Erfolgskurs bringen wird. Sven wird als Diskussionsteilnehmer am bevorstehenden Webinar „Die Technologielandschaft im Stückgutbereich: Wettbewerbsvorteile sichern„…“ am 1. Oktober im Rahmen der Breakbulk Europe – Digitales Sonderheft.
Leslie: Die letzten sechs Monate waren für alle eine Herausforderung, doch wir sehen einen Silberstreif am Horizont, der sich aus dem rasanten technologischen Fortschritt abzeichnet. Welche Chancen haben sich Ihrer Meinung nach während der Pandemie besonders deutlich gezeigt?
Sven: Es gibt zweifellos einige Chancen, die Unternehmen während der Coronavirus-Krise erkannt haben, darunter Digitalisierung, Modernisierung und auch die Arbeit im Homeoffice. Die Unternehmen, die ich berate, berichten, dass sie mit ihrer Leistung beim Übergang zur Arbeit im Homeoffice sehr zufrieden sind. Sie arbeiten immer effizienter und sind in der Lage, ihre Teams aufzubauen, während sie gleichzeitig kreativ und innovativ bleiben.
Unternehmen haben erkannt, dass sie IT-Tools und Software schneller weiterentwickeln und in manchen Fällen sogar eigene Software entwickeln müssen. Sie suchen nach Partnern, die ihre Technologien ebenfalls beschleunigen.
Ich beobachte nach wie vor, dass Unternehmen versuchen, ihren Kunden lediglich Sendungsverfolgung und Transparenz in der Lieferkette anzubieten, doch in den nächsten ein bis zwei Jahren stehen große Fortschritte bevor. Unternehmen werden prädiktive Analysen und mehr Automatisierung in der Projektlogistik anbieten, und die Kunden werden diese Leistungen von Spediteuren einfordern.
Es stimmt, dass viele Unternehmen vor der Corona-Pandemie etwas zurückhaltend waren – oder sagen wir mal, nicht besonders begeistert und nicht sehr bereit, in IT zu investieren –, aber das hat sich geändert.
[Siehe Svens Umfrage zur „neuen Normalität“ vor und nach COVID-19]
Leslie: Was würden Sie als Berater Spediteuren raten, worauf sie sich konzentrieren oder in was sie investieren sollten, um 2021 wettbewerbsfähig zu bleiben?
Sven: Bevor wir mit dieser ganz konkreten Anlageberatung beginnen, würde ich sagen: „Okay, was Sie auf jeden Fall brauchen, ist eine Vision davon, wo der Markt und Ihr Unternehmen in fünf Jahren stehen werden und wie sich der Markt entwickeln wird. Es gibt immer noch viele Entscheidungsträger, denen diese Vision fehlt.“
Manche behaupten immer noch, dass sich an den Geschäftsabläufen nichts ändern wird oder dass es zu komplex sei, Wege zur Automatisierung zu finden. Doch diese Denkweise muss sich ändern.
Man könnte zum Beispiel sagen, dass in ein paar Jahren 20 bis 30 Prozent weniger Mitarbeiter in den Büros arbeiten werden, da wir über Automatisierungssoftware verfügen, mit der wir Prozesse beschleunigen können. Das Ausschreibungsverfahren wird schneller ablaufen, ebenso das Projektmanagement.
Dieser Prozess ist zweifellos schneller als das Ausschreibungsverfahren, aber auch als das Projektmanagement usw. Die Entscheidungsträger sollten insbesondere den Mitarbeitern erläutern, wie die Unternehmensvision in Bezug auf die Digitalisierung für die nächsten drei bis fünf Jahre aussieht. Und dann ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, wie wir dieses Ziel erreichen können.
Sie müssen Investitionsmöglichkeiten erschließen und versuchen, Partner aus der Softwarebranche zu finden. Ein guter Ansatz ist es, sich zusammenzuschließen und gemeinsam Innovationen voranzutreiben.
Software ist besonders wichtig für den Stückgut- und Projektlogistikmarkt. Bislang gibt es nur Software-„Inseln“ oder kleine Lösungen, doch die modernste Software zur Optimierung der Projektlogistik und des Stückgutverkehrs ist noch einen Schritt voraus.
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Prof. Dr. Sven Hermann ist Gründer und Geschäftsführer der ProLog Innovation GmbH, Professor für Logistik und Supply Chain Management an der NBS Northern Business School Hamburg sowie Vorsitzender des Vereins „LogistikLotsen für die Metropolregion Nordwest e.V.“. Er ist Mitbegründer des Creative Coaching Collective und war mehrere Jahre im Logistik- und Einkaufsbereich für Industrie- und Logistikunternehmen tätig.ProLog Innovation ist ein Beratungsunternehmen für Organisationsentwicklung und Innovationsmanagement in der Logistikbranche. Mit Schwerpunkt auf digitalen Herausforderungen und den Chancen neuer Arbeitsformen arbeitet ProLog Innovation mit Kunden aus der Industrie und von Logistikdienstleistern zusammen, insbesondere im Bereich der Projekt- und Stückgutlogistik.


















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