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Europas großes Bauprojekt erfordert intelligentere Lieferketten


Mark Rosenberg von DP World über die Unterstützung der ehrgeizigen Investitionspläne der Region


Mark Rosenberg, Executive Vice President für Häfen und Terminals in Europa bei DP World, erläutert, wie intelligentere, vernetzte Lieferketten Europa dabei helfen können, seine Ziele in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Industrie zu erreichen.

Aus Ausgabe 2, 2026 des Breakbulk Magazine.


Europa steht vor einer Phase erneuter Investitionen in Infrastruktur, Energie und industrielle Kapazitäten. Allein die Investitionen in die Infrastruktur sind laut McKinsey von rund 91 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf etwa 487 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen. Auf dem gesamten Kontinent sind Regierungen und Unternehmen bestrebt, die Verkehrsnetze zu modernisieren, die Energiewende voranzutreiben und regionale Lieferketten zu stärken.

Das ist keine einfache Aufgabe

Trotz des jüngsten Wachstums schrumpfte die europäische Baubranche im vergangenen Jahr um 2 %, was zu einer Verlangsamung bei Infrastrukturprojekten wie dem Ausbau von Straßen und Brücken führte. Der Energiesektor zeigt ein ähnliches Bild: Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) investierte die Europäische Union (EU) im vergangenen Jahr fast 400 Milliarden US-Dollar in saubere Energie, ohne jedoch mit dem Tempo der Infrastrukturentwicklung Schritt halten zu können. Auch die Industrie hat angesichts steigender Brennstoffpreise und verschärfter CO₂-Vorschriften Schwierigkeiten, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dies ist kein Einzelfall. Der globale Handel wird immer unvorhersehbarer. Die Lieferketten sind kürzer, regionaler und komplexer geworden. Waren werden nicht mehr auf direktem Weg von Hafen zu Hafen transportiert, sondern durchlaufen mehrere Verkehrsträger und passieren dabei mehrere Grenzen.

Was den Handel betrifft, steht Europa vor Herausforderungen in den Bereichen Energie und Warenkosten, doch ein ebenso wichtiges Thema ist die Frage, wie Waren auf dem Kontinent transportiert werden.

Europa braucht Lieferketten, die große, komplexe Fracht wie Windkraftanlagen, Generatoren und Schwermaschinen sicher transportieren und gleichzeitig pünktlich an ihren Bestimmungsort bringen können. In einem multimodalen System hängt der Erfolg davon ab, wie gut diese Transportströme miteinander vernetzt sind, und nicht nur davon, wie effizient sie einen einzelnen Knotenpunkt passieren.

Europas Herausforderung im Bereich der Lieferdienste

Europas industrielle Ambitionen setzen die Stückgut-Lieferketten der Region unter Druck. Bei der Podiumsdiskussion auf der Hauptbühne der „Breakbulk Europe“ im vergangenen Jahr zum Thema „Überwindung von Engpässen“ wurde „Bürokratie“ als größtes Hindernis für den Frachtfluss genannt. Edi Cioran, CEO von DP World Antwerp Gateway, ging noch einen Schritt weiter und beschrieb den dringenden Bedarf Europas an einer modernisierten, integrierten Stückgut-Infrastruktur, um allein schon die Anforderungen des Energiesektors zu erfüllen.

Globale Störungen – von geopolitischen bis hin zu klimabezogenen Problemen – sorgen für zusätzliche Belastungen, wie aus unserer Umfrage des „Global Trade Observatory“ hervorgeht, für die 3.500 Entscheidungsträger aus dem Bereich der Lieferketten befragt wurden. Dabei wurden Zoll- und Grenzkontrollen als Hauptursachen für Störungen genannt, während eine der am häufigsten genannten Strategien darin bestand, Lieferketten zu diversifizieren, um mehr Flexibilität zu schaffen.

Eine zuverlässige Infrastruktur ist mittlerweile unverzichtbar geworden. Und obwohl Häfen von entscheidender Bedeutung sind, stellen sie doch nur einen Teil des Transportwegs dar. Übergroße Fracht muss weiterhin ins Landesinnere transportiert werden, Grenzen überqueren und ihren endgültigen Bestimmungsort erreichen. Angesichts der Weiterentwicklung und Anpassung der Lieferketten wird die Fähigkeit, den Seetransport mit Schiene, Straße und Binnenwasserstraßen zu verknüpfen, zum entscheidenden Vorteil.

Wenn Europa den Transport von Stückgut mit größerer Sicherheit gewährleisten will, werden wahrscheinlich diejenigen das Rennen machen, die ihren Kunden nahtlose multimodale Lösungen bieten können.

Kontrolle über den Hafen hinaus

Robuste Lieferketten für Stückgut erfordern eine spezialisierte Abwicklung an zahlreichen Berührungspunkten. Damit diese Fracht reibungslos transportiert werden kann, sind zwei Dinge unerlässlich:
• Die erforderliche Kapazität und Ausrüstung für die Abfertigung und den Transport von Großgut.
• Digitale Systeme, die Fracht verfolgen und grenzüberschreitende Prozesse vereinfachen.

Die Nachfrage nach diesen integrierten Lösungen wächst rasant, und es wird erwartet, dass der Markt für multimodalen Verkehr bis 2032 auf über 60 Milliarden US-Dollar anwachsen wird.

Genau hier liegt unsere besondere Stärke. Europaweit verbinden wir unsere Fachkompetenz im Stückgutverkehr mit Häfen, Binnenterminals und Transportnetzen zu einem einheitlichen System. So helfen wir unseren Kunden, Lücken zwischen Hafen, Grenze und Bestimmungsort zu schließen.

Digitale Tools spielen dabei eine entscheidende Rolle. Unsere firmeneigenen Systeme wie ZODIAC vernetzen die Abläufe an Stückgutterminals und entlang der Transportwege in Echtzeit, verbessern so die Transparenz, reduzieren Verzögerungen und machen den Umschlag komplexer, nicht standardisierter Fracht besser planbar.

Doch Sichtbarkeit allein reicht nicht aus. Stückgut benötigt eine klare, zuverlässige Route vom Hafen bis zum Endziel. Wir verbinden unsere Hafenbetriebe mit Binnen-Terminals und multimodalen Transportnetzwerken und verknüpfen dabei Straßen-, Schienen- und Flusskorridore. In Rumänien beispielsweise arbeitet unser Terminal in Constanta eng mit dem Binnen-Hub in Aiud zusammen, um übergroße Fracht mit weniger Umschlagvorgängen tiefer ins europäische Landesinnere zu transportieren.

Dies wird durch eine zentralisierte Koordination unterstützt. Unser europäischer Kontrollturm in Bukarest, der durch integrierte Dienstleistungen wie Sammelguttransporte unterstützt wird, bündelt den Straßen-, See-, Luft- und Schienenverkehr in einem System und verbessert so die Planung und die Reaktionszeiten bei Störungen.

Vorbereitung auf die Zukunft

Da der Handel immer komplexer wird, wird Zuverlässigkeit zum entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Häfen werden immer eine wichtige Rolle spielen. Noch wichtiger ist jedoch, wie gut sie vernetzt sind. Letztendlich hängt der Erfolg Europas von seiner Fähigkeit ab, Verkehrsträger miteinander zu verknüpfen, Prozesse zu vereinfachen und den Güterverkehr auch bei Störungen aufrechtzuerhalten.

DP World wird auf der der Breakbulk Europe 2026.

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