Shell bringt DHL und DB Schenker für einen Nachhaltigkeitsplan zusammen


Zusammenarbeit ist für eine erfolgreiche Logistikreise unerlässlich



Von Carly Fields


Die Transparenz der CO₂-Reduktionsoptionen für alle Nutzer von Logistikdienstleistungen sowie klare Vorgaben zu den Dekarbonisierungswegen für die einzelnen Sektoren werden einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die CO₂-Emissionen im Stückgut- und Projektladungssektor zu senken – so das Fazit einer Sitzung im Rahmen der Breakbulk Europe Connect21. Zu den Diskussionsteilnehmern gehörten Vertreter von Shell sowie zwei globale Projektspediteure, die von Shell aufgrund ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Öl- und Gaskonzern ausgewählt worden waren.

Im „„Ökologisierung der weltweiten Öl- und Gas-Lieferkette“ In einem Webinar erklärte Beata Bac, Global Category Manager für internationale und Projektlogistik bei Shell, dass es zwar branchenspezifische Ansätze zur Dekarbonisierung gebe, es aber auch einige gemeinsame Lösungen gebe, die im Logistikbereich in größerem Umfang umgesetzt werden könnten. Eine davon sei, so Bac, eine höhere Energieeffizienz sowie der Einsatz von Energieprodukten und -lösungen mit geringerem CO₂-Ausstoß.

Bac forderte die Beteiligten zudem auf, einander zuzuhören. „Ich habe mich gefragt: ‚Was erwarte ich von den Partnern, mit denen ich zusammenarbeite, in Sachen Nachhaltigkeit?‘ Es ist wirklich wichtig, gemeinsam diesen Weg zur Nachhaltigkeit in der Logistik und der gesamten Lieferkette zu beschreiten. Für mich bedeutet das, Transparenz hinsichtlich der Optionen und der Kompromisse in mehrstufigen Lieferketten zu schaffen. Es ist wirklich wichtig, den gesamten Produktlebenszyklus vom Entwurf bis zur Entsorgung im Blick zu behalten.“

Martyn Lawns, Regional Vice President für den europäischen Geschäftsbereich Industrieprojekte bei DHL Global Forwarding, stimmte zu, dass die Entscheidung, welche Emissionen gemessen werden sollen, von entscheidender Bedeutung ist. „Bei DPDHL (Deutsche Post DHL Group) messen wir ‚Well to Wheel‘, das heißt, wir erfassen unsere CO2-Emissionen von der Kraftstoffproduktion an.“ DHL hat CO2-Rechner entwickelt, in die Nutzer die Transportart eingeben und die CO2-Emissionen für diese Art berechnen können, sei es Luftfracht, Schiene oder Straße.

Indikator für die Dekarbonisierung

Auf die Frage, wo die Logistikbranche hinsichtlich ihres Dekarbonisierungsziels – CO₂-Neutralität bis 2050 – derzeit steht, nannte die Expertenrunde einen Bereich von 20 bis 30 Prozent. Anschließend erörterten die Fachleute, wie die Branche ihren Weg zur vollständigen Dekarbonisierung beschleunigen kann.

Jan Kristian Schønheyder, Leiter für globale Projekte und Branchenlösungen in Norwegen bei DB Schenker, erklärte, dass es vielversprechende Ergebnisse bringen könnte, wenn der Dekarbonisierung dieselbe Aufmerksamkeit gewidmet würde, die die Branche derzeit dem Thema Gesundheit und Sicherheit widmet. „Die lebensrettenden Vorschriften und der Fokus auf Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, den wir in unserem Umfeld beobachten, zielen darauf ab, Unfälle im Betrieb vollständig zu vermeiden. Die Einführung von Richtlinien, die der Nachhaltigkeit dieselbe Aufmerksamkeit widmen, könnte aus Sicht der Branche diesen Weg wirklich beschleunigen.“ 

Lawns forderte unterdessen eine stärkere Vereinheitlichung bei der Messung von Emissionen und beschrieb ein „Nirwana“, in dem alle auf derselben Grundlage messen.

Bac fügte hinzu, dass es für sie entscheidend sei, dass sich alle Beteiligten zusammensetzen und die „Grundursachen für die Wahl“ eines Logistiksystems gegenüber einem anderen untersuchen. „Ich lege großen Wert auf KPIs und eine Ausgangsbasis, da dies den Wandel vorantreibt, aber ich bin der Meinung, dass wir uns zusammensetzen und gemeinsam erarbeiten müssen, was wir mit diesen KPIs tun müssen und welche Lösungen sich daraus ergeben.“
 

 
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