Die Herausforderungen im Luftfrachtbereich bestehen weiterhin


Das Angebot an Großraumflugzeugen ist weiterhin knapp



Breakbulk Europe 2023: Der anhaltende Mangel an AN-124-Maschinen auf dem Markt und die Einstellung der B747-F bedeuten, dass die Branche weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert ist, wenn es um den Zugang zu Flugzeugen und Spezialausrüstung für den Transport von übergroßer Fracht geht.

Das war eine der Erkenntnisse aus einer Sitzung zum Thema „Luftfrachtlösungen für Projektladung“ auf der Breakbulk Europe 2023, die von Thomas Müller, dem Leiter der Geschäftsentwicklung bei Air Charter Service, moderiert wurde.

Pavel Kuznetsov, Leiter des Bereichs Luftcharter bei deugro, erklärte, der Konflikt in der Ukraine habe die Verfügbarkeit von Schwerlastflugzeugen wie der Antonov AN-124 und der Iljuschin Il-76 eingeschränkt, während die Ausmusterung der 747 „Nose-Loader“ ein eher mittel- bis langfristiges Problem darstelle.

„Mit der Zeit werden wir erleben, wie die Zahl dieser 747er zurückgeht, und es ist wichtig, den Verladern und Spediteuren bewusst zu machen, womit sie zu rechnen haben“, erklärte Kuznetsov den Zuhörern.

Eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Verladern, Spediteuren und Transportunternehmen sei von entscheidender Bedeutung, erklärte der Geschäftsführer und wies darauf hin, dass die Ingenieure von deugro bereits in der Planungsphase mit den Kunden zusammengearbeitet hätten, um die Abmessungen der Ladung zu reduzieren und die Transportkonfigurationen anzupassen.

Während der Sitzung gab Amnon Ehrlich, Vertriebsleiter für Nordamerika (Luft- und Raumfahrt sowie Regierungs- und Verteidigungsprogramme) bei Antonov Airlines, einen Überblick über den aktuellen Stand des Betriebs der ukrainischen Fluggesellschaft.

Nach Angaben des Geschäftsführers sind aufgrund des Konflikts mit Russland nur fünf der sieben schweren Transportflugzeuge vom Typ AN-124 des Unternehmens im Einsatz.

„Von den beiden anderen Flugzeugen hat eines am Flughafen Gostomel (in Kiew) erhebliche Schäden davongetragen – es wird irgendwann wieder fliegen. Die zweite AN-124 befand sich in einer Langzeitwartungsanlage in Kiew – sie wird schon vorher einsatzbereit sein. Aber die Frage ist: Wie bekommt man sie da raus?“

Reza Fazlollahi, Leiter Vertrieb und Vertragswesen bei Airbus Beluga Transport, erklärte ebenfalls im Rahmen der Podiumsdiskussion, dass der europäische Flugzeughersteller sich darauf vorbereite, weitere seiner auf der A300-Plattform basierenden Beluga-ST-Frachtflugzeuge in Dienst zu stellen.

Die Beluga-ST-Flotte wird für den Transport übergroßer Fracht umfunktioniert, nachdem Airbus angekündigt hatte, dass die Flugzeuge durch sechs brandneue A330 Beluga XL ersetzt werden sollen, die für den Transport von Airbus-Komponenten zu Standorten in Europa eingesetzt werden.

Bis 2026 sollen voraussichtlich fünf STs für Schwerlasttransporte zur Verfügung stehen.

„Wir haben zwei Flugzeuge im Einsatz und streben in diesem Jahr 15 Flüge an. Nächstes Jahr wollen wir 40 bis 50 Flüge durchführen“, sagte Fazlollahi. „Unser Ziel ist es, bis 2026 etwa 150 Flüge pro Jahr durchzuführen.“

Schau dir unsere Interviews mit den Referenten nach den Vorträgen an:

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