02. Mai | 2019
Aus der Vorschau auf die Breakbulk Europe 2019

Boris Glass ist Direktor und leitender Ökonom in der Economics & Research Group von S&P Global, einem wichtigen Partner von S&P Global Ratings, dem weltweit führenden Anbieter von Kreditratings. Die Forschungsarbeit der Gruppe leistet einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des Wachstums, sorgt für Transparenz und trägt zur Aufklärung der Marktteilnehmer bei, damit diese ihre Entscheidungen mit Zuversicht treffen können. Glass koordiniert die vierteljährliche Prognoseerstellung der Gruppe und leitet die makroökonomische Modellierung, insbesondere die Szenarioanalyse. Darüber hinaus wirkt er an fundierten Forschungsarbeiten mit, sowohl innerhalb des Wirtschaftsteams als auch bereichsübergreifend.
Hier teilt Glass seine Gedanken zu zwei wichtigen Fragen mit, um den führenden Unternehmen der Projekt- und Stückgutbranche dabei zu helfen, ihre Strategien für dieses Jahr und darüber hinaus zu entwickeln.
1. Der große Überblick: Weltwirtschaftsausblick
Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Lage in den nächsten 12 Monaten insgesamt ein?Die große Marktkrise vom Ende des letzten Jahres scheint nur begrenzte Auswirkungen auf die Realwirtschaft gehabt zu haben. Die darauf folgende Erholung der weltweiten Aktienkurse hat zudem wieder günstige Finanzierungsbedingungen geschaffen, während die Rohstoffproduzenten weltweit von der seit Ende letzten Jahres zu verzeichnenden Erholung der Rohstoffpreise profitieren.
Dennoch rechnen wir für 2019 mit einer leichten Verlangsamung des weltweiten Wachstums, was zum Teil auf einen schwächeren Jahresauftakt zurückzuführen ist, insbesondere in Europa. Das Wachstum dürfte sich jedoch auch etwas solider gestalten, nicht zuletzt, weil sich das Wachstum in China nach dem Schuldenabbau der letzten Jahre stabilisiert. Die Handelsgespräche zwischen China und den USA scheinen Fortschritte zu machen.
Infolgedessen haben sich die Risiken für die Konjunkturaussichten verringert, auch wenn sie weiterhin nach unten gerichtet sind – unter anderem, weil die Aussichten für die globale Handelspolitik nach wie vor ungewiss sind und die fragile Stimmung Investitionen und Neueinstellungen gefährden könnte.
2. Der Brexit im Fokus: Best-Case- und Worst-Case-Szenarien für Europa
Was sind im Hinblick auf den Brexit die besten und die schlechtesten Szenarien für die wirtschaftliche Gesundheit und Stabilität der EU?Im besten Fall wird es sehr bald zu einer Einigung kommen, die insbesondere eine Verpflichtung zu engen Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU beinhaltet. Vor allem jene Unternehmen im Vereinigten Königreich, die derzeit durch die Unsicherheit gelähmt sind, könnten dann beginnen, über die nächste Verhandlungsfrist hinaus in die Zukunft zu blicken.
Der schlimmste Fall wäre natürlich ein No-Deal-Szenario, das erhebliche Störungen mit sich bringen könnte, insbesondere im Vereinigten Königreich. Wir haben Berechnungen angestellt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen in diesem Fall abzuschätzen, und festgestellt, dass die britische Wirtschaft selbst nach drei Jahren immer noch um 5,5 % kleiner wäre als das, was wir im Falle eines Abkommens erwarten.
Unabhängig davon, ob es zu einem Abkommen kommt oder nicht, werden die Auswirkungen des Brexits asymmetrisch sein. Wir gehen davon aus, dass die EU insgesamt nur einen Bruchteil der Schäden erleiden wird, die dem Vereinigten Königreich entstehen würden. Bestimmte Volkswirtschaften und Sektoren in der EU wären jedoch stärker betroffen als andere. So sind beispielsweise die Niederlande aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen zum Vereinigten Königreich stärker gefährdet, und der Automobilsektor, insbesondere in Deutschland, würde relativ stark in Mitleidenschaft gezogen werden.
VERWANDTE SITZUNG
Erfahren Sie mehr von Glass auf der Breakbulk Europe 2019, wo er am Mittwoch, dem 22. Mai, von 11:00 bis 11:25 Uhr auf der Breakbulk-Hauptbühne in Halle 4 über das Thema „Globale Wirtschaftstrends – Wie sieht die Prognose für 2019 und darüber hinaus aus?“ sprechen wird. Nach einem kurzen Blick auf die Wirtschaftsprognosen für wichtige Volkswirtschaften werden wir untersuchen, ob die üblichen Verdächtigen, die Rezessionen auslösen, wie Zinssätze und Ölpreise, diesmal eine Rolle spielen könnten. Wir werden auch prüfen, ob sich der globale Kreditzyklus möglicherweise wendet. Diese Sitzung wird den Rahmen für zwei Tage voller Debatten über die Zukunft der Stückgutbranche bilden.
WEITERLESEN IN DER VORSCHAU
• Was Logistikdienstleister über die Abwicklung großer Projekte in Ostafrika wissen müssen
• Auf dem Weg zu einem reibungsloseren Landverkehr
• Frauen sind willkommen: Karriere in der Projektlogistik
• Der neueste Teil der IMO2020-Saga
• Reden wir über Innovation
• Aufbruch nach Westafrika: Warum Mammoet sich in Ghana niedergelassen hat
Zur vollständigen Vorschau >>

• Auf dem Weg zu einem reibungsloseren Landverkehr
• Frauen sind willkommen: Karriere in der Projektlogistik
• Der neueste Teil der IMO2020-Saga
• Reden wir über Innovation
• Aufbruch nach Westafrika: Warum Mammoet sich in Ghana niedergelassen hat
Zur vollständigen Vorschau >>


















.png?ext=.png)








_1.jpg?ext=.jpg)










